Jede Reise ist eine Reise wert, wobei es in erster Linie auf die Art des Reisens ankommt. Wohin man reist, ist eine Frage dessen, was man sehen und erleben möchte.
In erster Linie sollte ein Wille vorhanden sein und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen seinen gesunden Menschenverstand beizubehalten.
Das positive daran: man lernt sich selbst besser kennen.
In unserer hochtechnisierten Welt, in der jeder Schritt gesichert gilt, in der wir meistens schon morgens sicher sind, was wir abends tun werden- in einer solch eng gewordenen Welt gibt es nur noch wenige Möglichkeiten, die eigenen Grenzen oder Fähigkeiten zu testen und zu beweisen.
Für meine Person kristallisierte sich ganz klar Afrika als der Kontinent mit dem größten Abenteuercharakter heraus.
Mit Wüsten, Savannen und Dschungel.
Wie bei vielen Dingen im Leben, dürfte wohl der Ursprung schon in der Jugend zu suchen sein. Bei mir entwickelte sich eine Leidenschaft für Motorräder, die bis heute andauerte. Suchte ich in den siebziger Jahren die Herausforderung auf zwei Rädern bei Moto-Cross Rennen, bis mich das Verletzungspech erwischte, so entwickelte sich in der darauf folgenden Zeit eine Leidenschaft für Reisen. Zuerst unternahm ich Reisen mit einem Motorrad, später kamen noch Reisen mit Geländewagen hinzu.
So befuhr ich im laufe der Vergangenheit, abgesehen von den meisten europäischen Ländern: Südostasien, Teile Nordamerikas und natürlich Afrika.
Und letztlich kam noch eine Fahrt von über 1.800 Kilometern mit einem Flußdampfer von der Mündung des Amazonas bis nach Manaus hinzu.
Sicherlich taucht jetzt die Frage auf, daß solche Reisen, abgesehen von der Zeit, doch einiges an Geld verschlingen muß?
Dem kann ich nur entgegenhalten: hat man einmal eine Ausrüstung beisammen, begnügt sich mit einem tausend Sterne Hotel, lebt man preiswerter als zu Hause. Wobei Australien und Nordamerika da etwas die Ausnahme bilden dürften.
Die Länder sind nach meiner Meinung eher etwas für Traveller die mitteleuropäischen Verhältnissen am nähesten sein wollen und viel Geld ausgeben können.
Und mit einem guten Time Management kann man auch ganz gut über die Runden kommen. Voraussetzung ist natürlich, daß man morgens früh aus dem Schlafsack kommt.
Dies entspricht natürlich nicht dem Sinn eines Erholungsurlaubes. Aber in diesem Sinn wollte ich noch nie Reisen und um die Ecke sollte auch kein Reisebus stehen.
Land und Leute lernt man sowieso nur abseits von Touristenrouten kennen. Wobei auch ein Hauch Abenteuer nicht fehlen sollte. Und laut Definition versteht man unter einem Abenteuer ein Ereignis, dessen Ausgang nur schwer voraus zu sagen ist. Diese Definition wurde mir erst am Ende meiner ersten Sahara Reise mit dem Motorrad so richtig bewußt.
Und aus Gründen der Sicherheit ist es oftmals ratsam nach einem geeigneten Partner Ausschau zu halten. In der Regel das schwierigste Unterfangen.
Ideal sind immer Partner mit praktischen Fertigkeiten, Improvisationstalent und etwas Erfahrung im Outdoor Bereich. Dazu kommt dann noch ein nicht zu unterschätzender Faktor: Lebt man über Wochen auf ständiger Tuchfühlung und unter Streßsituationen, sollten auch psychologische Talente vorhanden sein.
Sonst wir eine Tour sehr schnell zur Tortur. Viele Reisen sind schon kurz vor dem Start,- oder kurz danach infolge von Streitereien beendet worden.
Ergo, sollte man sich schon vor der Reise über Themen wie Kosten, Arbeitsteilung, Finanzierung, Streckenverlauf, Verpflegung und Mitspracherecht einig sein. Ich kenne Leute, die sich allein schon wegen unterschiedlicher Tageseinteilung, der Eine war Frühaufsteher, der Andere kam nicht aus dem Schlafsack, heillos zerstritten haben.





